Die USA im Krieg mit der Welt

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Die jetzige US-Bombenkampagne gegen den Irak und Syrien ist die schwerste seit der Bombardierung von Vietnam, Kambodscha und Laos in den 1960ern und 1970ern, wobei zwischen 2014 und Ende Mai 2017 84.000 Bomben und Raketen abgefeuert wurden.

Das ist nahezu das Dreifache der 29.200 Bomben und Raketen, die 2003 in der „Shock and Awe“ (Schock und Einschüchterung) -Kampagne gegen den Irak abgefeuert wurden.

Die Administration Obama eskalierte die Bombenkampagne im letzten Oktober, als der US-irakische Angriff auf Mosul begann, und feuerte 12.290 Bomben und Raketen zwischen Oktober und Ende Januar ab, dem Ende der Amtszeit von Präsident Obama.

Die Administration Trump hat die Kampagne weiter eskaliert und seit dem 1. Februar 14.965 Bomben und Raketen abgefeuert. Die schwersten Bombardierungen gab es im Mai mit 4.374 Bomben und Raketen.

Die Beobachtergruppe Airwars.org im Vereinigten Königreich hat Berichte gesammelt über 12.000 bis 18.000 Zivilisten, die durch die fast drei Jahre andauernde Bombardierung von Irak und Syrien getötet worden sind.

Diese Berichte können nur die Spitze des Eisbergs darstellen, und die wirkliche Zahl der getöteten Zivilisten könnte über 100.000 hinausgehen, geht man von den typischen Relationen zwischen berichteten und tatsächlichen Tötungen in ehemaligen Kriegszonen aus.

Während die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Alliierte gegen Mosul im Irak und Raqqa in Syrien vorrückten, und während US-Streitkräfte jetzt acht militärische Stützpunkte in Syrien besetzt halten, haben der Islamische Staat und seine Alliierten in Manchester und London zurückgeschlagen, Marawi, eine Stadt in den Philippinen mit 200.000 Einwohnern besetzt und eine gewaltige Autobombe innerhalb der Befestigungen der „Grünen Zone“ in Kabul in Afghanistan gezündet.

Was 2001 als ein fehlgeleiteter Einsatz von militärischer Gewalt begann, um eine Gruppe von ehemals durch die Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte Jihadisten in Afghanistan für die Verbrechen des 11. September zu bestrafen, hat sich zu einem weltweiten asymmetrischen Krieg entwickelt.

Jedes durch das US-Militär zerstörte oder destabilisierte Land ist jetzt eine Brutstätte für Terrorismus (Globaler Friedensindex 2017: Die gewalttätigsten Länder der Welt sind alle Opfer von US-Intervention (Videos)). Es wäre dumm anzunehmen, dass das nicht viel viel schlimmer werden kann, solange beide Seiten weiterhin ihre Eskalation von Gewalt als Reaktion auf die Gewalt ihrer Feinde rechtfertigen, anstatt zu versuchen, die mittlerweile weltweite Gewalt und das Chaos zu deeskalieren.

In Afghanistan befinden sich wieder einmal 10.000 US-Soldaten – im April waren es 8.500 – und laut Berichten sollen in Bälde 4.000 weitere geschickt werden. Hunderttausende Afghanen wurden in 15 Jahren Krieg getötet, aber die Taliban kontrollieren jetzt einen größeren Teil des Landes als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Überfall der Vereinigten Staaten von Amerika auf Afghanistan im Oktober 2001.

Die Vereinigten Staaten von Amerika unterstützen wesentlich den von Saudi-Arabien geführten Krieg gegen den Jemen, indem sie eine Blockade der jemenitischen Häfen mitbetreiben und Informationen und Luftbetankungen für die saudischen und die mit ihnen alliierten Kriegsflugzeuge zur Verfügung stellen, die seit 2015 den Jemen bombardiert haben. Die laut UNO getöteten 10.000 Zivilisten bilden sicher nur einen Bruchteil der in Wirklichkeit getöteten Menschen, und Tausende mehr sind durch Krankheiten und Hunger gestorben.

Jetzt steht der Jemen vor einer humanitären Krise und einer schweren Choleraepidemie aufgrund des Mangels an sauberem Trinkwasser und Medizin, verursacht durch die Bombardierungen und die Blockade. Die UNO warnt, dass Tausende Jemeniten durch Hunger und Krankheit sterben könnten.

Ein Gesetzentwurf zur Reduzierung einiger US-Waffenlieferungen an Saudiarabien wurde vom Senat mit 53 Stimmen (48 Republikaner und 5 Demokraten) gegen 47 im Juni abgelehnt.

Näher am eigenen Land veranstaltete das US Southern Command (SOUTHCOM – für den Süden zuständiges Kommando) vor kurzem in Miami eine Konferenz mit den Präsidenten von Guatemala, Honduras und El Salvador.

Das signalisierte eine weitere Militarisierung des US-Kriegs gegen die Drogen in Zentralamerika und Bemühungen, die Immigration aus diesen Ländern einzuschränken, sogar nachdem ein Bericht der Generalinspektoren des Außen- und Justizministeriums Agenten des Außenministeriums und der Drogenbehörde (DEA) für die Tötung von vier unschuldigen Zivilisten (ein Mann, zwei Frauen und ein 14jähriger Bub) durch Maschinengewehrfeuer aus einem Helikopter des Außenministeriums in der Nähe von Ahuas in Honduras 2012 verantwortlich gemacht hatte.

Der Bericht der Generalinspektoren besagte, dass DEA-Vertreter wiederholt den Kongress über diesen Vorfall angelogen haben, indem sie vorgaben, dass die Honduraner in einer Schießerei mit Drogenhändlern getötet wurden, was ernste Zweifel hervorrief in Bezug auf die Verantwortung für eskalierende paramilitärische Operationen der Vereinigten Staaten von Amerika in Zentralamerika.

Die Proteste der rechtsgerichteten Opposition in Venezuela sind gewalttätiger geworden, wobei seit April 99 Menschen getötet worden sind, nachdem die Proteste es nicht geschafft haben, genügend öffentliche Unterstützung zu mobilisieren, um die linksgerichtete Regierung von Nicolas Maduro zu stürzen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika unterstützen die Opposition und haben diplomatische Anstrengungen unternommen, um die Regierung zum Rücktritt zu zwingen, so dass Gefahr besteht, dass die Situation zu einem US-unterstützten Bürgerkrieg eskalieren könnte.

Mittlerweile operieren in Kolumbien rechtsgerichtete Todesschwadronen wieder einmal in Gebieten, in denen die FARC die Waffen abgegeben hat, und töten und bedrohen Menschen, um sie von Land zu vertreiben, das von reichen Großgrundbesitzern begehrt wird.

Über unserer zunehmend kriegszerrissenen Welt zeichnen sich neue US-Drohungen mit militärischer Aktion gegen Nordkorea und den Iran ab, die beide über robustere Verteidigungen verfügen als die, mit denen die US-Kräfte seit dem Krieg Amerikas gegen Vietnam zu tun hatten.

Steigende Spannungen mit Russland und China bergen das Risiko noch größerer, ja sogar existenzieller Gefahren, wie in dem Bulletin der Atomwissenschafter Doomsday Clock zum Ausdruck kommt, dessen Zeiger jetzt auf 2-1/2 Minuten vor 12 stehen.

Obwohl unsere Kriege nach dem 9/11 wahrscheinlich mindestens 2 Millionen Menschen in den Ländern getötet haben, die wir angegriffen, besetzt oder destabilisiert haben, haben die US-Streitkräfte historisch niedrige Zahlen von Opfern in diesen Operationen erlitten.

Es besteht eine reale Gefahr, dass das den politischen und militärischen Führern in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie zu einem gewissen Ausmaß auch der amerikanischen Öffentlichkeit einen falschen Eindruck über das Ausmaß der US-Opferzahlen und andere ernste Konsequenzen vermittelt hat, während unsere Führer unsere laufenden Kriege eskalieren, neue Drohungen gegen den Iran und Nordkorea ausstoßen und steigende Spannungen gegen den Iran und Nordkorea schüren (Vorbereitung auf Krieg mit Russland: Das Budget der U.S. Air Force in Europa wächst am stärksten).

 

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