Während Trump spricht, stellt das Pentagon sich quer

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Am selben Tag, an dem sich US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel in Deutschland historisch die Hände reichten, veranstaltete das Pentagon ein Treffen um den Krieg mit Moskau zu planen.

Als die Veranstaltung im US-Militärhauptquartier in der Nähe von Washington DC veröffentlicht wurde, berichteten westlichen Medien kaum darüber. Die beiden Hauptakteure waren Verteidigungsminister James Mattis und sein britischer Amtskollege Michael Fallon. Die amerikanische Militärpublikation Defense One titelte zum Pentagon-Gipfel:

„Als sich Trump und Putin trafen, diskutierten der US- und der britische Verteidigungschef über Möglichkeiten, Russland abzuschrecken.“

Der Ausdruck „Wege, um Russland abzuschrecken“, ist ein Euphemismus für Kriegsplanung. Es drückt eine harmlosere, öffentlich akzeptabelere Absicht für Mattis und Fallons Diskussionen aus. Besonders angesichts der Tatsache, dass der höchste Amtsträger der US-Regierung, Präsident Trump, zur gleichen Zeit Putin eine Hand der Freundschaft reichte.

Das soll nicht heißen, dass irgendetwas heimlich gegen den US-Präsidenten ausgebrütet wurde. In den Kommentaren gegenüber Reportern sagte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon, dass das gleichzeitige Treffen zwischen Trump und Putin, das 4.000 Meilen entfernt in Hamburg stattfand, „willkommen“ war.

Allerdings konnte dieses Feigenblatt der Großherzigkeit von Fallon und seinen Gastgebern im Pentagon die aggressive Russophobie im Herzen der militärischen Besprechung nicht verbergen.

„Wir glauben nicht, dass die Dinge zwischen Westen und Putin ihren gewohnten Gang gehen … aber wir begrüßen den Dialog [mit Trump], der stattfindet“, sagte der britische Politiker nach seinen Gesprächen mit Mattis. Der erste Teil des Zitats stellt die wichtige Botschaft dar.

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Wie Defence One berichtete: „Während ein Teil von Trump’s Exekutive die Beziehungen zu Moskau verbessern will, bereitet sich ein anderer auf das Schlimmste vor.“

Die Publikation fügte noch kurzatmiger hinzu, dass Mattis und Fallon „über Wege gesprochen haben, wie die NATO ihre Kampfkraft verbessern und die russische Aggression in Osteuropa abschrecken könnte … auch wenn das Weiße Haus die Beziehungen zu Moskau verbessern will, betrachten die US-amerikanischen und die britischen Staatschefs Russland weiterhin als eine ernsthafte militärische Bedrohung. “

Was diese Vignette des offiziellen Denkens offenbart, ist die Tiefe der systematischen Feindseligkeit und der Russophobie, auf denen die amerikanischen und britischen politischen Einrichtungen fußen. Sie dient auch dazu, den Unheil verkündenden Hintergrund Donald Trump’s freundlichen Angebotes an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu illustrieren. Sie vermindert jede vermeintliche Aussagekraft.

Als Trump am vergangenen Wochenende endlich sein russisches Pendant traf, fast sieben Monate nach seinem Amtsantritt im Weißen Haus, lief das Treffen mit einem willkommenen Maß an Freundschaft und Respekt ab. So sehr, dass es erste Berichte über einen Neustart in den Beziehungen zwischen den USA und Russland gab. Beziehungen, die durch ständige und herabwertende amerikanische Medienspekulationen in den vergangenen sieben Monaten darüber, dass Moskau sich in die Wahlen im November eingemischt habe, ausgeweidet geworden sind.

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Um Trump gegenüber fair zu sein: Er schien sich über diese giftige Russophobie in den US-Medien gestellt zu haben und begrüßte Putin in Hamburg als potentiellen Partner, um an einer Reihe internationaler Herausforderungen zu arbeiten.

Anstatt die Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Atommächten, hat Trumps wichtiges Treffen mit Putin noch mehr Russophobie und Anschuldigungen in den USA entfesselt.

US-Medien und das Washingtoner Establishment verloren keine Zeit, um sich wegen seiner scheinbaren Annäherungsversuche Putin gegenüber, auf Trump zu stürzen. Trump wurde beschuldigt, von Putin ausgetrickst worden zu sein und sogar amerikanische Interessen verraten zu haben. Der ehemalige Pentagon-Chef Ashton Carter sagte, dass Trumps Diskussionen in Hamburg gleichwertig seien mit einem Gespräch mit „einem Einbrecher, der Ihr Haus beraubt hat“.

Die New York Times, Washington Post, CNN und andere haben verschiedene Geschichten verbreitet, in denen behauptet wird, dass Trump’s ältester Sohn Donald Jr. für angeblich mit Kreml-Personen konspiriert hätte, dass russische Hacker angeblich amerikanische Atomkraftwerke ins Visier genommen hätten – und der Kreml hat angeblich im Geheimen Umweltaktivisten gesponsert, um die US-Öl- und Gas-Fracking-Industrien zu untergraben. All das in einer Woche, seit Trump und Putin sich getroffen haben.

Kein Wunder, dass Trump schnell zu seinen früheren (scheinbaren) Beziehungen mit Putin zurückgekehrt ist. Er hat zum Beispiel Berichte abgeleugnet, er sei bereit, mit Russland an der Cyber-Sicherheit zu arbeiten, nachdem ihn Kongressmitglieder und Experten, die einen harten Politischen Kurs verfolgen, unter Beschuss nahmen.

Auch in dieser Woche führen die USA die größten Kriegsmanöver aller Zeiten der 29-Mitglieder starken Militärallianz NATO im Schwarzen Meer durch. Auf der russischen Südflanke werden zwei getrennte Kriegsspiele durchgeführt: Saber Guardian, um Bulgarien herum und Sea Breeze, an der Krim, mit insgesamt 30.000 NATO-Soldaten, Zerstörern, Kampfjets und amphibischen Marine Truppen. Die US-Armee sagte, dass es „die Fähigkeit Kräfte zu jeder gegebenen Zeit irgendwo in Europazusammenzuziehen“ zeigt.

Zugegeben, Russland und China führen in diesem Monat auch gemeinsame Marineübungen im Baltikum durch. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Die Ostsee ist ein integraler Bestandteil des russischen Sicherheitsgebietes. Im Gegensatz dazu hat das Schwarze Meer nur deshalb mit amerikanischen, britischen, kanadischen, norwegischen, französischen, deutschen Truppen und so weiter zu tun, weil die NATO provokativ ihre Reichweite auf die Grenzen Russlands erweitert hat. Die beiden Veranstaltungen sind nicht vergleichbar.

Darüber hinaus sind die NATO-Kriegsspiele im Schwarzen Meer in dieser Woche ein Höhepunkt monatelanger militärischer Aufrüstung durch die Allianz in dieser Region. Im Februar warnte der russische Präsident Putin davor, dass die Ausweitung „einen Konflikt provoziert“. Diese NATO-Expansion geht weiter, mit offensichtlicher Gleichgültigkeit gegenüber der Beschwerden Russlands.

Dieses größere Bild der unerbittlichen Russophobie, der willkürlichen anti-russischen Propaganda in den US-Medien und dem anhaltenden rücksichtslosen Vormarsch der NATO-Streitkräfte an die Grenzen Russlands ist ein angemessener Blickwinkel, mit dem die Bedeutung des Trump-Putin-Treffens am vergangenen Wochenende beurteilt werden kann.

Ja, in der Tat war es gut zu sehen, dass Trump über genug Eigenwilligkeit und persönlichem Anstand verfügt, um Putin mit Respekt zu begrüßen.

Aber Tatsache bleibt: Während Trump sprach, blockierte das Pentagon. Und nicht nur das Pentagon. Praktisch, das gesamte politische und mediale Establishment der USA. Unglücklicherweise scheint das amerikanische politische System und seine Militärmaschinerie auf nur einem Gang zu operieren: Vorwärts mit Russophobie und Aggression.

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