Neue Laserwaffe der US-Navy: Kann alles – nur nichts richtig

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Ein Fake ist die neue Laserkanone der USA sicher nicht. Zu einer Wunderwaffe muss der überdimensionierte Laserpointer aber noch werden, wie der Rüstungsexperte Andrej Leonkow im Interview mit dem Portal „rueconomics“ erklärt.

Heiterer Sonnenschein, kein Wölkchen am Himmel, eine Zieldrohne nähert sich dem US-Landeschiff USS Ponce auf einer vorher bestimmten Flugbahn… Jetzt zeigt die Laserkanone LaWS was sie drauf hat: Mit einem Lichtbündel kokelt sie den Plastikflügel des Kleinfliegers an.

„Um wirklich von einem Erfolg zu sprechen, muss man schon mehr zeigen, als das, was die USA da abgeliefert haben“, sagt der Fachmann Leonkow. „Die Laserwaffe ist unter idealen Bedingungen getestet worden: Kein Wind, keine Wolken, die Flugbahn der Zieldrohne wurde vorher programmiert. Und dass die Drohne aus Plastik war, hat die Aufgabe des Lasers sicherlich erleichtert“, sagt er.

Dabei ist die Wetterlage für die Wirkung eines Lasers maßgebend, wie der Experte betont. Man kenne das Prinzip: „Der beste Schutz gegen einen Laserstrahl, seien Rauch- oder Gaswolken – ein gebündelter Lichtstrahl kommt da nicht durch. Bewölkung und dichter Nebel sind für einen Laser also ein natürliches Hindernis.“

Auch der Energiebedarf einer Laserkanone sei ein bislang ungelöstes Problem: „Dass die LaWS von einem Schiff aus eingesetzt wurde, hat seinen Grund. Nur auf einem Schiff ist genug Platz für die Stromgeneratoren, die die Kanone versorgen können. Aber auch sie brauchen recht lange, um eine Schussladung zu erzeugen“, erklärt der Experte. Wegen dieser langen Ladezeiten seien Laserkanonen immer noch ineffektiv und nicht einsatzreif.

„Russische Wissenschaftler befassen sich mit Laserwaffen seit Sowjetzeiten. Eine Anlage haben sie längst erprobt – zu Wasser, zu Lande und in der Luft“, sagt Leonkow. Von sensationellen Präsentationen sehen russische Forscher jedoch ab. „Sie suchen nach Möglichkeiten, die Anlage weiterzuentwickeln, bis zur Einsatzreife.“

Die US-Navy möge doch zeigen, „wie effektiv die Laserwaffe bei einem Ziel aus Stahl wäre“, schlägt Leonkow vor. „Von echten Ergebnissen kann hier also noch keine Rede sein. Um dem Kongress aber noch mehr Geld abzuschwatzen und das Rüstungsbudget aufzublasen, ist diese Show aber durchaus geeignet“, sagt der Experte abschließend.

Zuvor hatte der Kapitän der „USS Ponce“, Christopher Wells, erklärt, LaWS sei ein vielseitiges Waffensystem, das die Ziele 50.000 Mal schneller bekämpfe als eine ballistische Rakete.

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