Pekings „Raketenblitz“ ernüchtert Washington

a china raketen
Knapp 2.000 Raketen kurzer und mittlerer Reichweite hat Peking jetzt im Arsenal. Getrimmt werden die Flugkörper auf einen Blitzschlag gegen US-amerikanische Stützpunkte im Pazifik im Falle einer Aggression – ein Faktor, an dem Washington bei all seinen Hegemonialansprüchen nicht vorbeikommt.

Den US-Angriff auf den Irak in den Neunzigerjahren hatte die chinesische Führung sehr aufmerksam beobachtet. Die Amerikaner setzten damals ausschließlich konventionelle Kräfte und Marschflugkörper ein. Vom Erfolg der US-Kriegsmission angeregt, startete Peking ein Raketen-Programm zur Entwicklung günstiger bodengestützter Flugkörper mit kurzer und mittlerer Reichweite.

Das Ergebnis dieses Programms: In den Neunzigerjahren konnten chinesische Raketen ihr Ziel schon mal um mehrere hundert Meter verfehlen. Heute treffen sie auf bis zu fünf Meter genau.

Die Treffsicherheit ihrer Raketen führt die Volksbefreiungsarmee immer wieder in der Wüste Gobi vor. Dort trainieren die Chinesen Präventivschläge mit Marschflugkörpern und ballistischen Raketen gegen US-amerikanische Stützpunkte im Pazifikraum. Wie das?

Sie bauen US-amerikanischen Raketenstellungen, Flugbasen und Marinehäfen einfach nach, um in einer möglichst realitätsnahen Umgebung zu üben.

Jüngst erst hat das Center for a New American Security die US-Führung gewarnt:

„China hat die reale Möglichkeit eines präventiven Raketenschlags gegen Stützpunkte im Westpazifik, die das Rückgrat der US-Schlagkraft in der Region bilden. Besonders, wenn China erkennt, dass seine strategischen Interessen in Gefahr sind“, heißt es in einem Bericht der Washingtoner Denkfabrik.

Auf einen plötzlichen Präventivschlag werde Peking jedoch in jedem Fall verzichten, merken die Berichtsautoren an. Erst werde man dem Gegner klarmachen, dass er die Grenze überschritten habe und Chinas Souveränität bedrohe – erst dann werde Peking sich „aktiv verteidigen“.

Man muss sich also schon sehr anstrengen, um China dazu zu bringen, seine Raketen einzusetzen. Reißen könnte der Geduldsfaden etwa durch die zunehmende Stationierung von US-Kräften im Pazifikraum, bei einer Zuspitzung der Lage um Taiwan zum Beispiel. Doch allein die Möglichkeit eines Raketenschlags gegen die US-Basen verändert die Regeln in der Region.

Peking verfügt heute nach Einschätzung des Pentagons über 1.200 Kurzstreckenraketen, 300 Raketen mittlerer Reichweite und 300 bodengestützte Marschflugkörper.

Sollte es zu einem heißen Konflikt zwischen China und den USA kommen, werden diese Flugkörper in den ersten Minuten und Stunden der Auseinandersetzung die US-Raketenabwehr überwinden, die Kriegsschiffe der US-Marine in den japanischen Häfen blockieren, alle Startbahnen der US-Luftstützpunkte durchlöchern, alle Gefechtszentralen zerstören und die Nachschubwege abschneiden.

Damit müssen die US-Amerikaner jedenfalls rechnen, was ihren Ambitionen auf die Alleinherrschaft im Pazifikraum einen Dämpfer verpassen dürfte.

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